Ein kleiner Einblick in die Geschichte

Das Münzrecht

Bild1 Zu Beginn des Zahlungsverkehrs mit Münzen war das Recht, diese herzustellen, dem König vorbehalten. Später durften auch Kurfürsten und andere Reichsstände das Münzrecht ausüben. Heute obliegt das Münzrecht in Deutschland allein dem Staat. Einzig die Deutsche Bundesbank kann nach Bedarf Münzen ausgeben.

Die Münzzeichen

Mit der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 erhielt dieses auch die Münzhoheit. Nach einem Beschluss des Bundesrates vom 07.12.1871 wurden den einzelnen Münzstätten zur Erkennung Buchstaben zugeordnet. Die Reihenfolge ergab sich aus der damaligen Rangordnung der Bundesländer. Heute werden noch an fünf Prägestandorten Münzen für die Bundesrepublik geprägt:

  • A Berlin (ehem. Königreich Preußen)
  • D München (ehem. Königreich Bayern)
  • F Stuttgart (ehem. Königreich Württemberg)
  • G Karlsruhe (ehem. Großherzogtum Baden)
  • J Hamburg (Hansestadt Hamburg)

Der Ursprung der Stuttgarter Münzstätte

StuttgartDer Prägebetrieb in Stuttgart blickt auf eine über 600-jährige Geschichte zurück. Bereits 1374 verlieh Kaiser Karl IV. dem Grafen Eberhard II. von Württemberg das Recht, Münzen zu schlagen. So entstand die erste Stuttgarter Münzprägestätte. Diese war bis 1967 in Betrieb, erst dann zog man in die heutige Produktionsstätte im Stadtteil Bad Cannstatt um.

Die ersten in Stuttgart geschlagenen Münzen waren Heller, Schillinge, Pfennige, Dreier, Gröschlein und Gulden. Es folgten Groschen und Dukaten. Einen frühen Höhepunkt der Stuttgarter Prägekunst bilden die prunkvollen Münzen und Medaillen des Spätbarock. Damals diente die Münze vor allem der Repräsentation und den Finanzgeschäften des Fürsten.

Der Ursprung der Karlsruher Münzstätte

KarlsruheAuch die heute unter Denkmalschutz stehende Prägestätte in Karlsruhe arbeitet seit über 180 Jahren erfolgreich. Seit ihrer Einweihung 1827 dient sie ununterbrochen der Münzprägung. Sie befindet sich in einem wunderschönen – von Friedrich Weinbrenner entworfenen – klassizistischen Gebäude im Herzen der Stadt.

Zu den ersten Prägeprodukten dieser Münzstätte zählen die aus feinstem Rheingold bestehenden 5-Gulden-Münzen mit dem Portrait des Großherzogs Ludwig.